Ein Leserbrief eines aufmerksamen Lesers machte uns darauf aufmerksam, dass die neunköpfige Kritikerjury zur Verleihung des Deutschen Jugendliteraturpreises fast ausschließlich aus Frauen besteht – bis auf eine einzige männliche Ausnahme. Die formelle Ernennung erfolgt durch das Bundesjugendministerium, das sich dem Leitprinzip des Gender-Mainstreaming verschrieben hat. Doch diese personelle Zusammensetzung offenbart eine tiefe Diskrepanz zwischen politischem Anspruch und der Realität in der Bildungs- und Leseförderung.